Minka, ein armes, altes Samtpfötchen

Mai 2009:
Letzte Woche mussten wir ein betagtes Samtpfötchen abholen, dessen Frauchen, ebenso betagt, sich selbst nicht mehr versorgen konnte und am nächsten Tag ins Altersheim umzog.

Der Abschied war für die alte Dame herzzerreißend, meine Kollegin und ich waren den Tränen nahe.
Die Wohnung war ziemlich heruntergekommen, kein Wunder, die Frau sitzt einbeinig im Rollstuhl und hat die meisten anderen Tätigkeiten vom vor 3 Monaten verstorbenen Partner machen lassen und auch das Katzenklo konnte sie selber nicht mehr sauber halten, dementsprechend roch es in der Wohnung.

Ein älteres Ehepaar hatte sich bereit erklärt, MINKA aufzunehmen. Diese hatten sich nach längerer Katzenabstinenz dazu entschlossen, wieder einer Katze ein Zuhause zu bieten, ihre alte Katze mussten sie nach vielen Behandlungen und Kummer und Tränen dann doch wegen eines Tumors einschläfern lassen. Als wir die Samtpfote in der Wohnung der alten Dame zu Gesicht bekamen, haben wir uns angeschaut und bei unserer Tierärztin einen Termin vereinbart.

Auch die Mimi sah heruntergekommen aus, da steckte irgendeine Krankheit drin, der Rücken war sehr knochig, der Bauch etwas rundlich und wollte nicht zum anderen Körperbau passen. Die Tierärztin hat dann einen inoperablen Darmtumor diagnostiziert, außerdem hat sie das Alter auf dicke über 10 J, vermutl. 13 - 15 Jahre geschätzt.

Diese Darmtumore bereiten Katzen in der Regel keine Schmerzen, führen nach einiger Zeit aber in jedem Falle zum Tode (schwer zu sagen, wie lange sie noch hat, 3 Monate, 1/2 Jahr, länger, kommt auch ganz auf den übrigen Gesundheitsstand der Katze an, jedenfalls kann sie noch längere Zeit ein lebenswertes Leben ohne Schmerzen führen.)

Wir also schweren Herzens mit der Mimi zu den älteren Leutchen, die dann voller Entsetzen, das alles noch mal mitzumachen, ablehnten, die Katze aufzunehmen.

Da standen wir dann, eine kranke, alte Mimi im Gepäck und kein Zuhause in Sicht! Meine SAMT-Kollegin erinnerte sich dann, sozusagen in letzter Minute, an eine liebenswerte Familie aus ihrem Dorf, die schon mal öfter Tiere aufgenommen hatten, die keiner wollte. Also sind wir dahin, haben geklingelt, erzählt und erzählt, umringt übrigens von 2 kleinen Hunden und drei Katzen, und haben solch offene Ohren und Herzen erfahren, dass wir schon wieder den Tränen nahe waren.

Erstmal kann die kranke Maus dort bleiben, wenn es mit den anderen Katzen auch nur halbwegs klappt (und so sieht es aus), kann sie dort noch ein paar schöne, glückliche Monate verbringen. Ich finde, diese Familie hat einen Orden verdient!

Wenn das kein, wenn auch vorübergehendes, Happy End ist!

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